Eine Band für alle Jahreszeiten

Promobild 1996 (Reto Schlatter)

Aus vermeintlich nebensächlichen Begebenheiten des Alltags macht die Band um die Sängerin Gabi Fischer grandiose Popsongs.


Starfish begegnen der Geschichte des angloamerikanischen Songwritings auf ihrem zweiten Werk zugleich kundig und unvoreingenommen. Sie spannen den Bogen von Cowpunk-Dringlichkeit im Stil der achtziger Jahre zur halbakustischen Unmittelbarkeit, mit der R.E.M. die Neunziger einläuteten. Angelpunkt ist die Stimme: Gabi Fischer steht mit ihrem warmen Sopran in der Tradition so grosser Sängerinnen wie Joan Baez, Emmylou Harris oder der Indigo-Girls, erreicht aber doch einen ureigenen, wundersam fesselnden Ausdruck. Der Erfahrungshorizont der Mitglieder reicht von Folk bis Jazz, das prägt den Sound. Nichts daran tönt neu, dennoch entspricht der Stilmix ganz dem Zeittrend.


Starfish interpretieren das Anything goes der Gegenwart richtig. Ähnlich der Amerikanerin Aimee Mann verbinden sie Sixties-Rollen mit Nineties-Grollen, und zwar nicht beliebig, sondern liebevoll. (Bänz Friedli, Facts 4/1997)